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Die Turba

… eine Darstellung mittelalterlichen Lebens (und Überlebens) …

Für die einen bedeutet “Mittelalter” auf Märkten zu feiern, andere schlüpfen gern in eine Rolle fern des persönlichen Alltages, wälzen Bücher, singen immer die gleichen Lieder, nähen und “fingerloopen” sich die Finger wund oder verfeinern ihre Schwertkampfkünste – was bedeutet es für dich?

Turba-Ferox wurde ursprünglich als Schaukampfgruppe gegründet, mit dem Ziel, möglichst viele Auftritte bei Mittelalterfesten oder auch sonstigen kommerziellen Veranstaltungen zu absolvieren. Das war so um 1998. Recht bald jedoch haben wir uns von diesem Zugang wegentwickelt und das Schwergewicht mehr auf ernsthaftes Reenactment gelegt. Da es auf kommerziellen Festen meist nur sehr eingeschränkt möglich ist, das Thema Mittelalter authentisch zu vermitteln bzw. nachzustellen, haben wir uns von diesem Bereich weitgehend zurückgezogen. Wir arbeiten nunmehr stetig daran, unser Wissen, unsere Ausrüstung und unsere praktische Erfahrung bezüglich mittelalterlicher Kampfkünste und Fertigkeiten zu erweitern und zu verbessern.

Grundsätzlich interessieren sich verschiedene unserer Mitglieder für verschiedene Mittelalter-Perioden, von den Wikingern über die Kreuzzüge und die Spätgotik bis hin zur Renissance.

Eine deutliche Vorrangstellung hat seit Jahren jedoch die Darstellung bzw. Nachstellung des ausgehenden Mittelalters in Wien und Umgebung, also an der Schwelle der Spätgotik zur Frührenaissance.

In der Praxis ergeben sich für Turba-Ferox und seine Mitglieder im wesentlichen zwei Schwerpunkte:
Erstens das Schwertkämpfen sowie der Kampf mit anderen Waffen, im Zweikampf und in der militärischen Formation; beides wird durch regelmäßiges Training verschiedener Techniken und Taktiken geübt. Das Gelernte wird dann auch in der Praxis umgesetzt, z.B. jährlich auf dem von uns veranstalteten Sommerturnier, beim Spectaculum in Friesach und bei vereinsübergreifenden Feldschlachten oder .

Zweitens das Nachstellen von Alltagssituationen des damaligen handwerklichen, privaten und militärischen Lebens, in der Stadt und am Lande, im Sommer wie auch im Winter.

Für Interessierte, die Mitglied werden wollen, bedeutet dies (neben dem Mitgliedsbeitrag) eine gewisse Fülle an Anforderungen bzw. Erwartungen: ernsthaftes Interesse an der Geschichte (speziell der Spätgotik in Wien), aktive Teilnahme an der Mehrzahl unserer Veranstaltungen, Mithilfe bei organisatorischen Arbeiten (Vor/Nachbereitung von Festln, Lager- und Materialinstandhaltung, Transport) sowie regelmäßige Dienste am Sommerturnier. Besonders wichtig für unsere Mitglieder ist es auch, sich am Laufenden zu halten und selbständig Details zu recherchieren, aus allen Bereichen des historischen Lebens. Soviel zum Idealbild eines wertvollen Mitglieds…

Ein besonderer Höhepunkt, bei dem sich all dies bestens vereinen läßt, ist unser alljährliches Sommerturnier (leicht zu merken: immer zu Fronleichnam!), welches längst eine Institution in Ostösterreich geworden ist. Jahr für Jahr finden sich dort viele Vereine und Einzelpersonen ein, um sich in verschiedenen Wettkämpfen und auch Fechtkämpfen zu messen.

Um dem seriösen, an der tatsächlichen Geschichte ausgerichteten Reenactment einen starken Impuls zu geben, hat sich Turba-Ferox mit anderen in Ostösterreich tätigen, befreundeten Vereinen zusammengeschlossen und den Verein “Wiener Wache 1462” mitgegründet. Ziel der Wiener Wache ist es, Ausrüstung und Tätigkeiten historisch so korrekt auszuführen, dass es musealen Ansprüchen genügt. Diesem Anspruch werden wir inzwischen in vielen Bereichen gerecht, nicht zuletzt durch Zusammenarbeit mit Wiener Museen.